Schloss Elmau mit Flaggen

Die G7, der Brexit und die EU

Wird der Brexit, also der Ausstieg Großbritanniens aus der EU, Auswirkungen auf die Gruppe der Sieben haben? Wahrscheinlich ja, zumindest wenn sich Großbritannien spaltet.

Die Bedeutung der G7 als weltweit beachtete Gruppe, die geeignet ist Einfluss auf globale Entscheidungen zu nehmen gr√ľndet sich nicht zuletzt auf der aggregierten Wirtschaftskraft der Mitgliedsstaaten. W√§hrend die moralische Ausrichtung am westlichen Staats-, Wirtschafts und Moralmodell der Gruppe feststeht, k√∂nnte es durch den Brexit eine Schw√§chung der Wirtschaftskraft der Gruppe geben. Dadurch verringerte sich die reale Kraft globale Entscheidungen dem Selbstverst√§ndnis der G7 entsprechend zu beeinflussen. Rein rechnerisch w√ľrde zum Beispiel ein Austritt Schottlands aus dem Vereinigten K√∂nigreich diesem nur etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts kosten. Die tats√§chlichen Auswirkungen d√ľrften aber st√§rker sein. Der britische Binnenhandel k√∂nnte leiden w√§hrend gleichzeitig der Finanzplatz London Gefahr l√§uft, Einfluss in Staaten der europ√§ischen Union zu verlieren. Diese Effekte w√ľrden die wirtschaftliche Bedeutung der G7 Staaten zwar nur relativ gering verringern. Die urspr√ľnglich gegebene wirtschaftliche Dominanz der G7 als st√§rkste Volkswirtschaften der Erde ist aber bereits seit geraumer Zeit aufgeweicht und eine theoretisch notwendige Aufnahme von Staaten wie China lediglich mit dem Verweis auf die gemeinsame Wertebasis der G7 Staaten zu verhindern. Letztlich hat der Brexit das Potential, die Stimme der westlichen Wertegemeinschaft leiser werden zu lassen. Bedeutender als die Auswirkungen um Gro√übritannien k√∂nnten aber solche in der EU selbst sein. Sollte sich ein Dominoeffekt einstellen, w√§re das Projekt Europa in gro√üer Gefahr. Dabei muss man feststellen, dass viel von der Kritik an Europa nicht prinzipiell dem Rechtsaussen zugeordnet werden muss, dort aber EU Kritiker gerne mit offenen Armen aufgenommen werden. Eine offene Analyse der Entscheidungsprozesse in der EU und Auswirkungen in Mitgliedsl√§ndern ist nun dringend geboten.

(PR - 27.06.2016)

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