Schloss Elmau mit Flaggen

Erste Informationsveranstaltung in Krün

An hohem Besuch mangelte es am 15.5.2014 im Krüner Kurhaus nicht, neben Innenminister Joachim Hermann waren Oberbayerns Regierungspräsident Hillenbrand, Polizeipräsident Heimberger, der stellvertretende Chef des Bundespresseamts Tilman Seeger sowie die Bürgermeister des oberen Isartals und Vertreter aus mehreren Ministerien und Ämtern anwesend. Allein die Fakten waren aufgrund laufender Planungen noch Mangelware.

Während es über Art und Umfang der Bauarbeiten an der Infrastruktur nun Klarheit gibt, konnte zu wichtigen Themen wie dem Sicherheitskonzept - und damit verbundenen Auswirkungen auf den Tourismus vor und während des G8-Gipfels - noch wenig berichtet werden. So werden die beiden Zufahrtsstraßen, einmal über Klais und einmal über Lautersee und Ferchensee ertüchtigt. Das bedeutet auf der Klaiser Straße eine neue Teerdecke und den Neubau der Brücke an der Mautstation. Die Straße soll durch einen Behelfsbau befahrbar bleiben. Die bereits geteerte, aber sich in einem desolaten Zustand befindliche, Straße zum Lautersee wird renoviert, das Teilstück bis zur Ferchenseehöhe wird neu geteert, die weiter in die Elmau führende Sandstraße erhält eine neue Decke. Alle Straßen behalten dabei ihre bisherige Breite bei. Daneben stehen Verbesserungen an den beiden Bahnhöfen Klais und Mittenwald an. Während der Bahnhof in Klais nur eine "Aufhübschung" des stetig weiter erodierenden Bahnsteigs erhält, wird in Mittenwald der Bahnsteig 1 auf die Normhöhe von 76 cm ab Schienenoberkante gebracht werden. Weiter fließen Gelder für die Erneuerung der Rathausplätze in Klais und Mittenwald.

Innenminister Hermann am Rednerpult

Zu noch notwendigen Bauarbeiten in der Elmau selbst gibt es wenig neues zu berichten, so ist noch unklar wo die Hubschrauber landen werden und wie diese Plätze zu gestalten sind. Während Piloten optimale Plätze erproben, sind dabei auch die Belange des Naturschutzes zu berücksichtigen. Letzterer nahm in den Schilderungen der Vortragenden ein breiten Raum ein und jeder betonte, dass man die Eingriffe so gering wie möglich halten wolle und ein Rückbau von Flächen wie dem Baustellenparkplatz selbstverständlich sei. Für den Teil der Sicherheit konnte Polizeipräsident Heimberger noch keine genauen Angaben machen, da das Sicherheitskonzept momentan noch in der Entwicklung sei. Zumindest in einer heißen Zeit von etwa drei Tagen ist aber damit zu rechnen, dass der Kranzberg nicht mehr problemlos betreten werden kann. Da zur Zeit des G8-Gipfels die Zufahrt auch für Einsatzfahrzeuge erschwert sein kann, wird in der Elmau eine temporäre Feuerwache aufgebaut, sowohl die FFW Krün wie auch die FFW Mittenwald erhalten ein neues Fahrzeug, welches anschließend über 20 Jahre alte Fahrzeuge der Feuerwehren ablösen sollen.
Besonders interessiert lauschten die vielen anwesenden Vermieter den Ausführungen von Alpenwelt Karwendel Chefin Sabrina Blandau. Sie stellte die zentralen Anforderungen an Unterkünfte für die zeit des Gipfels vor. So seien hauptsächlich Einzelzimmer für eine relativ kurze Zeit gefragt, bei Frühstückszeiten zum Beispiel sei Flexibilität notwendig. Weiters hat man sich entschieden, die gesamte Buchung für den G8-Gipfel über GaPa-Tourismus abzuwickeln, welche dafür 10% Provision bekommen. Dies sollen die Vermieter bereits in den Preis mit einrechnen wenn sie Kontingente nach Garmisch melden. Ein System das nicht überall auf Zustimmung stieß. Es wurde die Befürchtung laut, der Vermarktungsname "Alpenwelt Karwendel" könne in der öffentlichen Wahrnehmung weiter in den Hintergrund gedrängt werden.
Landrat Anton Speer betonte die finanzielle Seite und schilderte Erfahrungen die ihm aus Heiligendamm mitgeteilt wurden: Bundes- und Landesmittel sitzen nur bis zum Gipfel locker, etwaige Auslagen des Kreises und der Kommunen müssten daher schnell in Rechnung gestellt werden. Ebenso drängen eventuell betroffene Landwirte um eine möglichst schnelle Klärung wie Schäden an Wiesen und Feldern beglichen werden. Zu letzterem stellte Minister Hermann eine schnelle und unbürokratische Lösung in Aussicht.
In Zukunft soll es weitere öffentliche Informationsveranstaltungen geben, möglicherweise bereits in drei Monaten.

(PR - 20.05.2014)

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