Schloss Elmau mit Flaggen

G8 Thema beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband

Am Freitag den 4. 07. 2014 fand im Ferienhotel Alpengasthof Barmsee die Hauptversammlung des Kreisverbands des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes statt. Eingeladen wurde durch den Kreisgeschäftsführer Wolfgang P. Zunterer.

Kernthema der Sitzung war der bevorstehende G8 Gipfel im Schloss Elmau und die dadurch zu erwartenden Auswirkungen auf die Gastronomie und Hotellerie im Werdenfelser Land. Neben den Worten des Landtagsabgeordneten Harald Kühn erläuterten aus dem G8 Planungsstab Polizeihauptkommissar Franck und Polizeioberrat Kammerer den Stand der Sicherheitsplanungen. Als Gastrednerin war Frau Angelika Garreis vom Hotel am Weststrand in Kühlungsborn als Kreissprecherin des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern, in deren Kreis Heiligendamm liegt, zu Gast, um über Ihre Erfahrungen mit dem Gipfel zu berichten. Sie betonte die positive Wirkung für die bis dahin relativ unbekannte Ostseebad Region, sprach aber auch kritisch die Themen an, mit denen die Bevölkerung durch den Gipfel konfrontiert war. Im Vergleich hat die Region an der Ostsee rund 250.000 Übernachtungen bei einem wesentlich höheren preislichen Niveau im Vergleich zu uns. So kostet dort ein 3*** Zimmer in der Nacht zur Hauptsaison ca. 100 Euro im Vergleich bei uns ca. 40. Zur Zeit des Gipfels in Heiligendamm konnten sich die Vermieter nicht über Einbussen beklagen. In der Gastronomie und im Einzelhandel hingegen waren klar Verluste zu verzeichnen, da die klassischen Urlauber aus blieben und die Presse durch die Vollverpflegung in den Pressezentren versorgt war. Mit einem höheren Bedarf in diesen Bereichen ist nicht zu rechnen. Es ist eher damit zu rechnen, das ab Mitte Mai nächsten Jahres eine entspannte Ruhe im Isartal einkehren wird, die bis knapp nach dem Gipfel anhält. Diese verlorene Pfingstsaison, wird aber leicht durch die Werbewirksamkeit kompensiert. Allerdings ist die Presse primär am politischen Treiben und nicht an der touristischen Umgebung interessiert. In Heiligendamm wurden die Preise für die Vermietung während des Gipfels nicht erhöht. Dies war Absicht um bei den Gästen nicht den Eindruck zu erwecken die Situation ausnutzen zu wollen. Zur weiteren Entwicklung gibt es noch mehrere Erfahrungswerte aus Heiligendamm. Zum einen wird ein Großteil der Buchungen durch die Presse sein, die aber auch einen hohen Anspruch in Bezug Online Zugängen haben und benötigen. Hier sieht man das Defizit unserer Region, in der noch kein flächendeckendes Breitband Netz existiert. Zum anderen kann man damit rechnen, das die zweite Buchungswelle im Dezember /Januar ca. ein Halbes Jahr vor dem Gipfel beginnen wird. Quint Essenz: der Gipfel hat zwar Nachteile, aber weit mehr Vorteile, die Werbewirksamkeit über viele Jahre ist einmalig Ein Problem stellten in Heiligendamm die Wildcamper dar, die sich in den umliegenden Wäldern ein quartierten. Diese Problematik ist bei uns nicht so stark gegeben, da Grundstückseigentümer Camper des Grundstücks verweisen können, und da ein großer Teil der Gebiete in und um die Elmau zu den den FFH Gebieten gehört und somit ebenfalls Tabu für Wildcamperer ist. Der Planungsstab der Polizei ist inzwischen auf 150 Mann angewachsen und hat sein Hauptquartier in München aufgeschlagen, da hier die Nähe zu den Behörden und der Regierung für kurze Absprachen gegeben ist. Die Planungen für den Gipfel an sich, bei dem die Sicherheit an vorderster Stelle steht, gehen zügig voran. Um Probleme und Sorgen bei der Bevölkerung frühzeitig zu erkennen, sucht der Planungsstab zudem die Nähe zur Bevölkerung. Aus diesem Grund wurde auch Herr Patrick Franck, der seit langem in unserer Region lebt und arbeitet, zum G8-Planungsstab nach München abberufen. Ergänzend zu den Informationsveranstaltungen die in Zukunft an vielen Orten stattfinden sollen wird auch eine Sorgen-Hotline eingerichtet werden. In Heiligendamm wurde diese gut wahrgenommen und zählte über 16.000 Anrufe.

(FR - 08.07.2014)

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