Schloss Elmau mit Flaggen

Kommentar: Spionage ein Thema beim G8 Gipfel 2015

Nach neuen Veröffentlichungen aus dem Dokumentenfundus von Edward Snowden stellt sich die Frage, inwieweit Spionage für den G8 Gipfel in Elmau relevant ist.

Ein jeder Teilnehmer geht in eine Verhandlung mit gewissen Voraussetzungen, das seien zum Beispiel Minimalerwartungen und Maximalforderungen. In diesem Intervall sollte das Ergebnis liegen, für den einzelnen natürlich möglichst nah an der Maximalforderung. In diesem Poker versucht jeder seinen Standpunkt nach Möglichkeit auszureizen.

Neueste Veröffentlichungen legen nun nahe, dass verschiedene Parteien im internationalen Machtpoker aktiv versuchen, in die Karten der Mitspieler zu schauen. Im Ganovenfilm ist das ein eine oft dargestellte Szene und kaum mehr als ein Kavaliersdelikt. Oftmals ist dabei aber das Ziel ein Gangsterboss oder sonst eine zwielichtige Gestalt. Von diesem Bild möchte man beim Treffen der acht größten Industrienationen (und damit auch der mächtigsten Regierungschefs) aber nicht ausgehen. Es sind keine Schurkenstaaten die mit am Tisch sitzen und eine einseitige Informationshoheit führt die Idee eines Treffens unter Gleichen ad absurdum.

Der eine Teilnehmer mit dem Maximalwissen wäre in der Lage im Gesamten oder bei einzelnen Themen die Verhandlungspartner gegeneinander auszuspielen und somit das Gesamtergebnis in eine ihm genehme Richtung zu leiten.

Im Rahmen eines Austausch auf gleicher Augenhöhe liegt es an der Fairness der einzelnen Partner und an einer funktionierenden Geheimhaltung, die Bedingungen zu schaffen um zu ehrlichen und unverfälschten Ergebnissen zu kommen. Eine einseitige Wissenshoheit würde dem internationalen Prozess schaden und dem wiederaufflammen alter Gegensätze den Weg ebnen. Ein weitergeführte kalter Krieg der Geheimdienste NSA/GHCQ auf der einen, und FSB auf der anderen Seite wäre nicht zielführend.

(PR - 31.01.2014)

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