Schloss Elmau mit Flaggen

Das Thema brodelt im Verborgenen

Während es um das Thema G8 Gipfel in Elmau in den Medien momentan ruhiger geworden ist - und von Seiten der Verwaltung keine Informationen fließen, brodelt es im Verborgenen weiter.

Möglicherweise Betroffene spekulieren aktuell über zu befürchtende Auswirkungen und Beeinträchtigungen. Im persönlichen Gespräch geistern dabei Vermutungen über eine erheblich längere Sperrdauer im Vergleich zur relativ kurzen Zeit des Gipfels umher. Belegen läßt sich davon noch nichts, auch nicht die Vermutungen, der Wettersteinkamm könnte von der Gerbirgstruppe gesichert werden.
Die Befürchtungen in der Bevölkerung, die sich teilweise weiterhin eher ablehnend bis uninteressiert zeigt, gehen in zwei Richtungen. Zum Einen wird der Eingriff in die Natur kritisch gesehen. Dazu gehört neben direkten Eingriffen wie Sichtschneisen auch die erhöhte Belastung im Vorfeld des Gipfels. So seien durch die starke Bautätigkeit mit Schichtbetrieb bereits Veränderungen beim Wild zu beobachten. So wird weiter befürchtet, ein Ausbau der Straßen könne den ohnehin in den letzten Jahren stark gestiegenen Verkehr weiter beschleunigen, und besonders in den Nachstunden die Passage von Wildtieren in diesem eigentlich zusammenhängenden Areal nachhaltig erschweren.
Andere sehen in der zukünftigen Ausrichtung des Gebiets der Elmau eine Gefahr für den lokalen Tourismus. Als alpines Idyll, welches gleichermaßen von Garmisch-Partenkirchen und von Mittenwald zu erreichen ist, erfüllt die Elmau eine wichtige Funktion in der Werdenfelser Tourismuslandschaft. Ein Anlaufpunkt für Sportler und Touristen war das seit zwei Jahren geschlossene Alpengut Elmau. Neben beliebten Kutschfahrten im Sommer und Winter war es eine beliebte Einkehr für Wanderer und Mountainbiker. Zwar soll das Gut irgendwann im Zuge der geplanten Neubauten wieder der Öffentlichkeit offenstehen, es gibt aber Zweifel, ob wirklich wieder eine Einkehr für den normalen Besucher auf Dauer zur Verfügung gestellt wird. Diese Bedenken betreffen also letztlich einen nachhaltigen Wandel zum elitären Rückzugsgebiet unter faktischem Ausschluss des nicht elitären Tourismus.
Die aktuell diskutierten Möglichkeiten, eine Umfahrung von Klais in Richtung Elmau zu errichten, nähren diese Befürchtungen, da der Besucherstrom weiter von der lokalen Infrastruktur entkoppelt würde. Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass Klais verkehrstechnisch Probleme mit einem starken Verkehrsaufkommen in die Elmau hat, eine Belebung des Dorflebens inklusive dem Wiederaufbau einer örtlichen Gastronomie wird aber mit einer Umfahrung nicht einfacher.
Zusammenfassend wünscht sich die Bevölkerung, dass die Eingriffe im Zuge des Gipfeltreffens keine dauerhaften Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben und sich die Elmau nicht weiter von der touristischen Umgebung isoliert. Ist dies aber gewährleistet, so gehen viele auch von positiven Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft aus, und - sollte es gelingen Nutzen für die gesamte Region aus dieser Großveranstaltung zu ziehen - einem Effekt, der mit den Olympischen Spielen in der Region vergleichbar oder sogar höher ist.

(PR - 10.02.2014)

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