Schloss Elmau mit Flaggen

Geschichte

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Vor 1900

Erstmals wurde der Name Elmau im Jahre 1395 urkundlich erwähnt. Ein aus Mittenwald stammender Münchner Bürger verkaufte am 25. September die Schwaigen Elmau, Kranzbach und Paffenwang an das Freisinger Kapitel. Das Wort – die Bezeichnung der Aue – „bedeutete ursprünglich Wasser, wurde aber später als Begriff für eine feuchte Wiese oder Insel verstanden, die von trinkbarem Wasser umflossen ist. Die Herkunft der ersten Silbe Elm ist unklar, könnte auf Alm oder Alpe zurückgehen, einen Weideplatz auf einem Berg. Die urzeitliche, von einem Gletscher und Meer geformte Topographie mit ihren Moränen und Buckelwiesen, auf denen Schloss Elmau steht, ist 60 Millionen Jahre alter Meeresgrund.“ Die Aue (der sogenannte Drüsselgraben, der eingebettet zwischen dem Wamberg im Norden und der Wettersteinwand im Süden liegt) steht unter Naturschutz, „vor allem wegen der vielen geschützten Blumen wie der Enziane, die im Frühjahr die Huckel und Hügel mit einem blauen Teppich überziehen.“[1] Ab 1542 wurde Elmau mit Einödhöfen, einer Sägemühle und einem Gasthaus besiedelt. Als sich die Bewirtschaftung nicht mehr lohnte, verkauften die Bauern ihren Besitz an zwei Verehrerinnen König Ludwigs II., der im Gasthaus eine Wohnung hielt, wo er immer dann zu übernachten pflegte, wenn er sich alljährlich zu seinem Geburts- und Namenstag am 25. August für einige Tage auf das von ihm erbaute Königshaus am Schachen begab. (Das Schloss ist über einen Fahrweg von Schloss Elmau – heute als Königsweg bezeichnet – zu erreichen, auf dem sich der König mit Pferdekutsche oder -schlitten hinauffahren ließ.) Nach dem Tod des Märchenkönigs im Jahre 1886 verlor das Anwesen dann gänzlich seine Bedeutung. Für das Jahr 1868 werden 9 Einwohner und 4 Gebäude angegeben.

Nach 1900

Das heute unter Denkmalschutz stehende Schloss Elmau wurde von 1914 bis 1916 von dem Schriftsteller, Philosophen und Theologen Johannes Müller mit finanzieller Unterstützung von Elsa Gräfin Waldersee für seine Leser erbaut. Architekt war Müllers Schwager Carlo Sattler. Gedacht war das Schloss als ein Refugium kulturprotestantischer deutscher Innerlichkeit und gemeinschaftlichen Lebens. Zu den engsten Freunden und Gästen von Johannes Müller zählten damals unter anderem Prinz Max von Baden und Adolf von Harnack, einer der bis heute in Deutschland politisch und theologisch wirkungsmächtigsten Intellektuellen und Theologen des 20. Jahrhunderts. Um einer unmittelbar bevorstehenden Beschlagnahmung durch die SS zuvorzukommen, wurde Schloss Elmau 1941 als Fronterholungsheim an die Wehrmacht verpachtet. 1945 wurde Johannes Müller, der kein Parteimitglied war, in einem Entnazifizierungsverfahren aufgrund seiner „Verherrlichung von Hitler in Wort und Schrift“, als Hauptschuldiger verurteilt. Schloss Elmau wurde beschlagnahmt und diente kurze Zeit als Lazarett der US Armee. Bis 1951 wurde das Schloss vom Staatskommissar der Bayerischen Regierung für rassisch, religiös und politisch Verfolgte, Philipp Auerbach, als Erholungsheim für TB-Kranke, Displaced Persons und Überlebende des Holocaust geführt. Nach der Verhaftung Auerbachs wegen ihm vorgeworfener Unregelmäßigkeiten in einer anderen Angelegenheit wurde Schloss Elmau ab 1951 treuhänderisch von zwei Kindern Johannes Müllers, Bernhard Müller und Sieglinde Mesirca, vom bayerischen Staat gepachtet und als Hotel betrieben. Nach Abschluss des Revisionsverfahrens gegen das Urteil der Spruchkammer gegen Johannes Müller wurden die beiden zu je 50 % Eigentümer von Schloss Elmau. Seit Ende der 1950er Jahr zählten unter anderem Johannes Rau und Loriot zu den Stammgästen.

Neuere Ausrichtung

Ab 1997 wurde Schloss Elmau von Dietmar Müller-Elmau renoviert und als Spa & Cultural Hideaway für Individualisten neu eröffnet. Mittlerweile ist es ein Luxury Spa & Cultural Hideaway und Mitglied der Hotelallianz The Leading Hotels of the World. Aus diesem Grunde sind Restaurants und die anderen Einrichtungen der Anlage grundsätzlich nur für Hausgäste zugänglich. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte von Schloss Elmau, mit der deutschen Ideen- und Kulturgeschichte, Theologie und Philosophie sowie der problematischen Verschränkung von Religion und Politik in weltpolitischen Fragen wurde zu einem zentralen Thema des dortigen kulturellen Lebens. Im August 2005 zerstörten ein Großbrand und in dessen Folge große Mengen von Löschwasser zwei Flügel und zwei Drittel aller Zimmer des Schlosses. Der Wiederaufbau des Schlosses sowie des Badehauses erfolgte von April 2006 bis Juni 2007 nach Plänen von Dietmar Müller-Elmau, Christoph Sattler, André Behncke und dem Architekturbüro dblb aus München. Das orientalische Hammām wurde nach gemeinsamen Plänen des Schlossherrn und Ahmet Irdiligil aus Bodrum im Juli 2008 fertiggestellt. Am 23. Januar 2014 wurde bekannt, dass der G8-Gipfel im Sommer 2015 auf Schloss Elmau stattfinden soll.

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